Ein durchdachter Grundriss ist das Fundament jeder gelungenen Badsanierung. Denn egal wie hochwertig Fliesen und Sanitärobjekte sind – wenn die Anordnung nicht stimmt, werden Sie sich täglich ärgern. Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Wissen lassen sich auch kleine und schwierige Bäder optimal planen.
In diesem Ratgeber erfahren Sie alles über Mindestmaße, bewährte Grundriss-Layouts und die typischen Planungsfehler, die wir in unserer täglichen Arbeit immer wieder sehen – damit Sie diese vermeiden können.
Das Wichtigste in Kürze
- Mindestmaße: Die DIN 18022 definiert Mindestabstände – z.B. 20 cm Abstand zwischen WC und Wand
- Bewegungsflächen: Vor jedem Sanitärobjekt mindestens 75 x 90 cm freie Fläche einplanen
- Türöffnung: Badtüren öffnen idealerweise nach außen, um im Notfall Zugang zu gewährleisten
- Planungsfehler: Die häufigsten Fehler sind zu wenig Stauraum, falsche Beleuchtung und unpraktische Türanschläge
Mindestmaße im Bad nach DIN 18022
Die DIN 18022 definiert Mindestanforderungen für Bäder in Wohnungen. Diese Maße sind keine Empfehlungen, sondern Mindeststandards, die für eine komfortable Nutzung eingehalten werden sollten.
| Bereich | Mindestmaß | Empfehlung |
|---|---|---|
| Abstand WC zur Seitenwand | 20 cm | 30-40 cm |
| Abstand WC-Mitte zur Wand | 40 cm | 45-50 cm |
| Bewegungsfläche vor WC | 75 x 90 cm | 80 x 100 cm |
| Bewegungsfläche vor Waschtisch | 75 x 90 cm | 90 x 100 cm |
| Bewegungsfläche vor Dusche | 75 x 90 cm | 90 x 100 cm |
| Duschfläche (Innenmaß) | 80 x 80 cm | 90 x 90 cm + |
| Waschtischhöhe | 85 cm | 85-95 cm |
| Spiegelhöhe (Unterkante) | 105 cm | individuell |
Bewegungsflächen dürfen sich überlappen! Vor dem WC und dem Waschtisch kann dieselbe Fläche liegen – das spart Platz in kleinen Bädern.
Grundriss-Layouts für verschiedene Badgrößen
Je nach verfügbarer Fläche bieten sich unterschiedliche Anordnungen an. Hier sind bewährte Layouts für typische Badgrößen:

Kleines Bad (4-6 qm)
Bei kleinen Bädern zählt jeder Zentimeter. Bewährte Strategien:
- Sanitärobjekte an einer Wand anordnen (Linienführung)
- Wandhängendes WC für leichtere Bodenreinigung und optisch mehr Raum
- Dusche statt Badewanne – oder Duschbadewanne als Kompromiss
- Schiebetür statt Drehtür spart wertvollen Platz
- Eckwaschtisch oder schmales Modell (45-50 cm Tiefe)

Mittleres Bad (6-8 qm)
Mit 6-8 qm haben Sie deutlich mehr Gestaltungsspielraum:
- Dusche und Badewanne nebeneinander möglich
- Doppelwaschtisch bei ausreichender Wandlänge (ab 120 cm)
- Nische für Waschmaschine/Trockner einplanbar
- Trennung von WC-Bereich und Waschbereich sinnvoll

Großes Bad (10+ qm)
Große Bäder bieten Luxus – aber auch Herausforderungen:
- Freistehende Badewanne als Blickfang
- Walk-In-Dusche mit großzügigen Maßen (120 x 100 cm +)
- Bidet oder Urinal ergänzend zum WC
- Separate WC-Kabine für mehr Privatsphäre
- Sitzgelegenheit oder Schminktisch integrierbar
Große Bäder können schnell kalt und unpersönlich wirken. Achten Sie auf Zonierung durch verschiedene Bodenbeläge, Beleuchtung oder Raumteiler.
Die 10 häufigsten Planungsfehler
Aus über 10 Jahren Erfahrung in der Badsanierung kennen wir die typischen Stolperfallen – und wie Sie diese vermeiden:
1. Zu wenig Stauraum
Der Klassiker: Das neue Bad sieht toll aus, aber wohin mit Handtüchern, Kosmetik und Putzmitteln? Planen Sie von Anfang an ausreichend Schränke, Regale und Nischen ein. Ein Spiegelschrank kombiniert Spiegel und Stauraum elegant.
2. Falsche Türöffnungsrichtung
Badtüren sollten nach außen öffnen. Grund: Stürzt jemand im Bad, blockiert der Körper nicht die Tür. Außerdem spart eine nach außen öffnende Tür Platz im ohnehin begrenzten Badezimmer.
3. WC direkt im Sichtfeld
Öffnet man die Badtür und blickt direkt auf die Toilette, ist das unschön. Positionieren Sie das WC wenn möglich seitlich oder in einer Nische – außerhalb des direkten Sichtfelds.
4. Zu wenig Steckdosen
Elektrische Zahnbürste, Föhn, Rasierer, Glätteisen – der Bedarf an Steckdosen wird oft unterschätzt. Planen Sie mindestens 2-3 Steckdosen am Waschtisch (IP44!) und ggf. weitere für Waschmaschine und Trockner.
5. Beleuchtung nur von oben
Eine einzelne Deckenleuchte reicht nicht. Für die Rasur oder das Schminken brauchen Sie blendfreies Licht von vorne – idealerweise seitlich neben dem Spiegel oder als beleuchteter Spiegelschrank.
6. Fehlende Belüftung
Ohne ausreichende Lüftung droht Schimmel. Bei fensterlosen Bädern ist ein leistungsstarker Lüfter Pflicht. Aber auch bei Fenstern sollte ein Ventilator eingeplant werden – für die kalte Jahreszeit.
7. Unpraktische Duschposition
Die Dusche neben der Tür? Dann spritzt Wasser in den Flur. Neben dem Fenster? Dann beschlägt es ständig. Planen Sie die Dusche so, dass Spritzwasser nicht zum Problem wird.
8. Zu kleine Dusche
80 x 80 cm ist das absolute Minimum – und fühlt sich beengend an. Wenn möglich, planen Sie mindestens 90 x 90 cm, besser 100 x 100 cm oder eine großzügige Walk-In-Lösung.
9. Keine Vorwandinstallation bedacht
Wandhängende WCs und Waschtische brauchen eine Vorwandinstallation (ca. 20 cm Tiefe). Diese Tiefe muss vom Raummaß abgezogen werden – ein häufiger Rechenfehler bei der Planung.
10. Zukunft nicht bedacht
Ein Bad hält 20-30 Jahre. Denken Sie bei der Planung voraus: Bodengleiche Dusche statt Duschwanne, breite Türen, Halterungen für spätere Haltegriffe – auch wenn Sie diese heute noch nicht brauchen.
3D-Planung: Ihr Bad vor dem Bau sehen
Moderne Badplanung nutzt 3D-Visualisierung, um Ihnen vor Baubeginn einen realistischen Eindruck zu vermitteln. Sie sehen Ihr neues Bad aus verschiedenen Perspektiven – inklusive Fliesen, Sanitärobjekten und Beleuchtung.
- Proportionen prüfen: Passt der gewählte Waschtisch wirklich in die Ecke?
- Farben testen: Wie wirken die ausgewählten Fliesen im Raum?
- Fehler erkennen: Ungünstige Anordnungen fallen in 3D sofort auf
- Entscheidungen treffen: Vergleichen Sie verschiedene Varianten nebeneinander
Wir bieten für jedes Sanierungsprojekt eine kostenlose 3D-Planung an. So können Sie Ihr neues Bad virtuell begehen, bevor die Arbeiten beginnen.
Checkliste: Vor der Badplanung klären
Bevor Sie mit der konkreten Planung beginnen, sollten diese Fragen beantwortet sein:
- Budget: Was möchten Sie maximal investieren?
- Nutzung: Wer nutzt das Bad? (Kinder, Senioren, Gäste)
- Ausstattung: Dusche, Badewanne oder beides?
- Stauraum: Was muss im Bad untergebracht werden?
- Waschmaschine: Soll sie ins Bad oder in einen separaten Raum?
- Barrierefreiheit: Wird das Bad langfristig barrierefrei genutzt?
- Prioritäten: Was ist Ihnen wichtiger – Luxus oder Funktionalität?
Fazit: Gute Planung spart Geld und Nerven
Ein durchdachter Grundriss ist die Basis für ein Bad, das Sie jahrelang mit Freude nutzen werden. Nehmen Sie sich Zeit für die Planung, vermeiden Sie die typischen Fehler und nutzen Sie professionelle 3D-Visualisierung, um Ihr Wunschbad vorab zu sehen.
Die Mindestmaße nach DIN sind dabei Ihr Leitfaden – aber letztlich entscheidet Ihr persönlicher Komfort. Was auf dem Papier funktioniert, sollte sich auch in der Realität gut anfühlen.
“In der Planungsphase Fehler zu machen ist günstig – in der Bauphase wird es teuer.”
— Jasper Kronenberg, SHK-Meister

Geschrieben von
Jasper KronenbergProjektleiter Badsanierung & SHK-Meister • über 10 Jahre Erfahrung
SHK-Meister mit über 10 Jahren Erfahrung in der Badsanierung. Experte für barrierefreie Bäder und moderne Badplanung in NRW.

